Von Bots und BHs – ein Recap zur Allfacebook Marketing Conference 2017

Mehr als 600 Menschen, die im Bereich Marketing und/oder Social Media arbeiten, besuchten vergangene Woche die Allfacebook Marketing Conference in München – und wir waren dabei. Wir beschäftigten uns mit Fragen wie: Was läuft gut auf Facebook? Wie finde ich die richtigen Inhalte für meine Beiträge? Kann ich auch mit einem unsexy Produkt im Social Web erfolgreich werden? Wir wollen Euch heute einen kleinen Einblick in die Vorträge geben. Viel Spaß!

 

Sex sells? Humor mindestens genauso sehr!

Den Auftakt machte der Textilkonzern Palmers. Dessous über Facebook bewerben: eine Gratwanderung. Das Social Media Team regelt aufkommende Diskussionen mit Charme und Witz und stößt dabei auch intern manchmal auf Widerstände. Trotzdem fordern sie mehr Mut und Gelassenheit beim Umgang mit sozialen Medien.

Mehr Emotionen bitte!

Aber auch für Marken, die keine sexy Produkte verkaufen, gilt: Emotion ist alles! User generated Content – also Texte, Bilder, Videos, die von Nutzern produziert und von Marken aufgegriffen werden, sind besonders authentisch. Bosch Professional (Elektrowerkzeuge für Handel und Industrie) hat deshalb die sog. Bob Community ins Leben gerufen. Heavy User, die Produkte testen und darüber berichten. Mikro-Influencer quasi. Einmal jährlich gibt es für sie ein Event, bei dem die neuesten Werkzeuge vorgestellt werden – ein spannender Tag für die Teilnehmer und eine wertvolle Berichterstattung für das Unternehmen.

Andere Emotionen spricht Marc Laubach an. Der Geschäftsführer von Bestattungen Hubert Laubach beweist, dass man auch mit einem Tabuthema einen erfolgreichen Facebook-Auftritt haben kann. Themen wie „Digitaler Nachlass“ und „Bestattungsvorsorge“ werden manchmal informativ, manchmal provokativ verpackt und sorgen so für zum Teil unglaubliche Reichweiten.

Veni, vidi, Video – Ich kam, sah, und… sah mir ein Video an!

Bewegtbild ist der neue Stern am Social Media Himmel. Naja, vielleicht nicht der ganz neue, aber auf jeden Fall gerade der hellste. Darauf baut auch Jakob Wais, stellv. Leiter Social Media von Bild. 90 Prozent des Contents auf ihren Facebook-Seiten sind bewegte Bilder. Dabei zählt hier nicht nur der Inhalt, sondern auch das Timing. Wais zeigte an einem Beispiel, dass ein Tiervideo in der Zeit nach dem Terroranschlag von Brüssel im März 2016 um ein Vielfaches mehr ankam als in der Zeit davor – Feel-good-Content in schwierigen Nachrichtenlagen.

„Stummfilme“ sind in

Sei nicht dumm – bleib stumm: Kaum jemand sieht sich Videos bei Facebook mit Ton an. Deshalb sei es wichtig, die Videos hier immer zu untertiteln. Das hörten wir gleich bei mehreren Vorträgen. Kein Wunder, denn laut Facebook nutzen 59 Prozent der Anwender das soziale Netzwerk ausschließlich mobil. Wenn man bedenkt, wo die Nutzungsorte sind – in der Bahn, vor dem Fernseher, während Meetings, etc. – fällt es nicht schwer zu glauben, dass Videos im Newsfeed meist ohne Ton gesehen werden wollen.

Wir haben nur 3 Sekunden

„Meine Aufmerksamkeitsspanne ist sehr ku… oh ein Vögelchen“: Es gibt mittlerweile so viele Videos auf Facebook, dass man sich durchschnittlich lediglich 3 Sekunden Zeit nimmt, um zu bewerten, ob ein Video interessant ist. Wir haben also nur 3 Sekunden Zeit, um unsere Nutzer zu überzeugen!

Ist KI ok?

Künstliche Intelligenz (KI) im Kaufprozess: Zum Abschluss ließen wir uns über Chatbots auf den neuesten Stand bringen – das nächste Hypethema im Online Marketing. Intelligente Programme sollen durch intelligente Konversation den Kundenservice unterstützen. Schnellere Beantwortung von Anfragen bei großem Andrang, persönliche Ansprache automatisiert ausgeführt und das alles im gewohnten Kommunikationsumfeld eines Chats – klingt gut, ist aber bislang noch in der Beta-Phase und wenig ausgereift. Roboter haben hier also noch nicht die Weltherrschaft an sich gerissen!

Wir haben gelernt, dass Gefühle immer die Kaufentscheidung beeinflussen (Emotion!), relevante Botschaften (Information!) auf kürzestem Weg an den User gelangen müssen (3 Sekunden!) und der Käufer von heute morgen über seine Kauferfahrung sprechen wird (Dialog!). Soweit so gut. Vielleicht war die wichtigste Aussage der Konferenz: Es gibt keine unsexy Produkte, nur einen unsexy Weg sie zu vermarkten.